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Folge 001 als mp3 herunterladen Ich schau aus meinen Augen * Es war einmal ein Wurm, * Es war einmal ein Riese, * Bimbo und sein Vogel
Eines Tages sagte Bimbo zu seinen Eltern: "Ich will einen Vogel haben!" "Ach, du meine Güte!", sagte die Mutter. "Na, na, na!", sagte der Vater. "Einen schönen Vogel, aber nicht in einem Käfig! "Ach, du meine Güte!", sagte die Mutter. "Na, na, na!", sagte der Vater. "Und der bei mir im Bett schläft und mit mir Frühstück isst!" "Ach, du meine Güte!", sagte die Mutter. "Na, na, na!", sagte der Vater. "Krieg ich jetzt so einen Vogel oder nicht?" "Ein Vogel kommt mir nicht ins Haus!", sagte die Mutter. "Und schon gar nicht ohne Käfig!", sagte der Vater. "Gut, aber dann fall ich jetzt sofort tot um!", sagte Bimbo und fiel um. "Ach, du meine Güte!", sagte die Mutter. "Na, na, na!", sagte der Vater. "Krieg ich jetzt einen Vogel oder nicht?", sagte Bimbo, der tot auf dem Boden lag. "Na, schön", sagte die Mutter. "Aber nur mit Käfig", sagte der Vater. Da wurde Bimbo wieder lebendig und ging einen Vogel kaufen. Nach einer Stunde kam Bimbo wieder zurück. "Wo hast du denn deinen Vogel?", fragte der Vater. "Stinkt er auch nicht?", sagte die Mutter. "Er kommt gleich", sagte Bimbo. Da kam der Vogel herein. Es war ein wunderschöner weißer Schwan. "Ach, du meine Güte!", sagte die Mutter. | "Na, na, na!", sagte der Vater. "Das ist mein schöner weißer Vogel!", sagte Bimbo. "Dieser Schwan kommt mir nicht ins Haus!", sagte die Mutter. "Schwäne gehören nicht in die Wohnung!", sagte der Vater. "Gut, aber dann fall ich jetzt sofort tot um! "Hör endlich mit der ewigen Umfallerei auf!", schrie die Mutter. "Das wird dir gar nichts nützen", sagte der Vater. "Ich bin tot!", sagte Bimbo. "Tote kriegen bei uns kein Nachtmahl!", sagte die Mutter. "Wenn du tot bist, brauchst du auch keinen Vogel", sagte der Vater. "Gut, dann werden wir eben im Wald leben", sagte Bimbo, stand auf und ging weg. "Ach, du meine Güte!", sagte die Mutter. "Na, na, na!", sagte der Vater. Und der Schwan ging auch weg. Als Bimbo in den Wald kam, war es fast dunkel. "Da kommt ein Fremder!", heulte die Eule. "Einer, der nicht hierher gehört!", zischte die Schlange. "Einer, den wir nicht mögen", schnurrte der Fuchs. "Einer, vor dem ich mich fürchte", jammerte der Hase. "Wir wollen ihn verjagen!", heulte die Eule. "Ja, vertreiben!", zischte die Schlange. "Dass er nie mehr wiederkommt!", schnurrte der Fuchs. "Und mir nichts tun kann!", jammerte der Hase. "Soll ich ihm die Augen aushacken? heulte die Eule und flatterte. "Soll ich ihn vergiften?", zischte die Schlange und züngelte. "Soll ich ihn in die Waden beißen?", schnurrte der Fuchs und riss das Maul auf. "Ich kann kein Blut sehen!", jammerte der Hase und verschwand in seiner Höhle. Da kam der Schwan hinter Bimbo her. "0 weh, er ist nicht allein!", heulte die Eule. "Er hat einen mächtigen Beschützer!", zischte die Schlange. "Wir können ihm gar nichts tun", schnurrte der Fuchs. "Hoffentlich tut er uns nichts!", jammerte der Hase. Und Bimbo sagte: "Jetzt seid einmal alle ruhig!", und legte sich schlafen. Und der Schwan deckte ihn mit seinem Flügel zu. Der Mond ging auf und wanderte über den Himmel. Und Bimbo schlief. Und der Mond ging wieder unter. Und Bimbo schlief. Dann wurde der Himmel hell und die Sonne ging auf. Bimbo wachte auf und sagte zu seinem Schwan: "Komm, wir gehen einen Riesen suchen!" Und sie gingen einen Riesen suchen. Bimbo und sein Schwan kamen zu einem Riesen. "He, du Riese!", sagte Bimbo. "Ja?", brüllte der Riese und rollte die Augen. "Wir haben dich gesucht!", sagte Bimbo. "Ich merke es", brüllte der Riese. "Hast du keine Angst vor uns?", sagte Bimbo. "Ich? Angst? Hahahaaa! Du solltest lieber Angst vor mir haben!" "Ich habe aber einen mächtigen Beschützer!" "Den fresse ich zum Frühstück, genau wie dich!" "Das wollen wir aber sehen!", sagte Bimbo. Da riss der Riese sein Maul auf und fraß Bimbo und den Schwan auf einen Sitz auf. "Gutes Frühstück", schmatzte er. Und dann rülpste er, dass alle Blumen verwelkten. In dem Riesen drin aber flatterte der Schwan ganz schrecklich mit den Flügeln, flatterte und flatterte, und das machte dem Riesen ein fürchterliches Rumoren im Bauch. "Mir ist ganz schlecht!", stöhnte der Riese und rollte mit den Augen. "Das war gar doch kein gutes Frühstück!", jammerte er. "Mir ist so elend", heulte er. Und das Rumoren und Rumpeln in dem Riesen wurde immer ärger, es schüttelte den Riesen ganz furchtbar, und dann riss er das Maul auf, und schwapp -war Bimbo wieder draußen. Und schwapp -kam der Schwan hintennach. Und schwapp - kam alles hinterher, was der Riese so in der letzten Zeit gefressen hatte: Kinder und Fahrräder und Hunde und Seifenblasen und Zirkusse und Rennautos und Siebenschläfer und Kastanienbäume und Korallen und Murmeltiere und Gelächter und Leberkäse und Sardinen und Büchsenöffner und Schaltjahre und Kanonendonner und Karamellen und Gummibärchen und Colaflaschen und Pommes und Fritten und Eiscreme und Ketchup und Schlagobers und Hilfeschreie und Flussbetten und Flusspferde und Abflussrohre und Flüsterwitze und Aspirin und Kellerstiegen in Aspik und gefüllte Nauscherln und ein kleines Nixerl im silbernen Büchserl und Lebkuchenherzen und türkische Honigmänner und Kuttelfleck und Katzenzungen und Kerzenleuchter und Armleuchter und Knopflöcher und Goldhamster und Meerschweinchen und Schildkröten und Aquarien und Pfauen und junge Hunde und Wellensittiche und Kanarienvögel und weiße Mäuse und graue Mäuse und Feldmäuse und Spitzmäuse und Blaumeisen und Kohlmeisen und Ameisen und ein Floh. "Fein", sagte Bimbo, "jetzt können wir nach Hause gehen." Ich bin wieder da", sagte Bimbo, als er nach Hause kam. "Wie siehst denn du aus! Geh gleich in die Badewanne!", sagte die Mutter. "Eine Eule hat mir fast die Augen ausgehackt!", sagte Bimbo. "Tu, was deine Mutter dir sagt", sagte der Vater. "Eine Schlange hat mich fast vergiftet!", sagte Bimbo. "Und gib mir die dreckigen Sachen zum Waschen!", sagte die Mutter. "Ein Fuchs hat mich fast in die Waden gebissen!", sagte Bimbo. "Tu, was deine Mutter dir sagt!", sagte der Vater. "Und ein Riese hat mich gefressen!", sagte Bimbo. "Natürlich", sagte die Mutter. "Aber freilich", sagte der Vater. "Aber mein tapferer Schwan hat mich immer beschützt und hat mir das Leben gerettet und hat den Riesen gekitzelt, dass er mich ausgespuckt hat. Und deswegen darf mein tapferer Schwan jetzt bei mir bleiben, sonst fall ich sofort tot um!" | "Also, wir werden sehen", sagte die Mutter. "Aber nur, wenn du brav bist!", sagte der Vater. "Und dürfen die, die der Riese ausgespuckt hat, jetzt auch bei mir wohnen?", sagte Bimbo. "Ja, ja, aber jetzt geh ins Bad!", sagte die Mutter. Da kamen alle herein, alle Kinder und Fahrräder und Hunde und Seifenblasen und Zirkusse und Rennautos und Siebenschläfer und Kastanienbäume und Korallen und Murmeltiere und Gelächter und Leberkäse und Sardinen und Büchsenöffner und Schaltjahre und Kanonendonner und Karamellen und Gummibärchen und Colaflaschen und Pommes und Fritten und Eiscreme und Ketchup und Schlagobers und Hilfeschreie und Flussbetten und Flusspferde und Abflussrohre und Flüsterwitze und Aspirin und Kellerstiegen in Aspik und gefüllte Nauscherln und das kleine Nixerl im silbernen Büchserl und die Lebkuchenherzen und türkischen Honigmänner und Kuttelfleck und Katzenzungen und Kerzenleuchter und Armleuchter und Knopflöcher und Goldhamster und Meerschweinchen und Schildkröten und Aquarien und Pfauen und jungen Hunde und Wellensittiche und Kanarienvögel und weißen Mäuse und grauen Mäuse und Feldmäuse und Spitzmäuse und Blaumeisen und Kohlmeisen und Ameisen und der Floh. Und alle marschierten in Bimbos Zimmer und der Floh machte die Tür hinter ihnen zu. Ach, du meine Güte!", sagte die Mutter. "Na, na, na!", sagte der Vater. "Und jetzt geh ich baden", sagte Bimbo. * Wie Bimbo auf die Bühne kommtDie Geschichte von Bimbo und seinem Vogel war ursprünglich ein kleines Theaterstück, bevor die Simone Klages ein Bilderbuch daraus gemacht hat. Ich habe es für ein Papiertheater geschrieben. Ein Papiertheater kann man sich ziemlich leicht selber basteln. Die Figuren zeichnet man auf Karton und schneidet sie aus. Sie brauchen einen Fuß, auf dem sie stehen können - und daran ist das Führungsstück befestigt, an dem die Figuren von der Seite in die Bühne hineinge schoben werden können. Die Bühne kann man aus einer größeren Schachtel machen. Die Figuren können starr sein, aber mit etwas technischer Phantasie kommt man darauf, wie man bewegliche Figuren machen kann. Mein Bimbo zum Beispiel kann auf den Rücken fallen; der Schwan flattert mit den Flügeln, die Mutter schlägt immer die Hände überm Kopf zusammen und der Vater klopft mit dem Zeigefinger auf den Tisch. Der Riese besteht nur aus einem Kopf, der ist so groß wie die ganze Bühne und kann das Maul aufreißen. Was der Riese ausspuckt, ist alles auf einen langen Pappstreifen gemalt, der dann hinter dem Maul des Riesen vorbeigezogen wird. Ich kann mir die Geschichte von Bimbo auch sehr gut als Schattenspiel vorstellen oder auf einer Puppenbühne. Den größten Spaß aber haben wir immer, wenn Kinder selber das Stück spielen. Wenn ich irgendwo mit dem Stück auftrete, packe ich erst einmal mein Papiertheater aus und spiele die Geschichte vor. Wenn zu viele Zuschauer da sind, ist das Papiertheater zu klein, dann spiele ich die ganze Geschichte allein - ich spiele jede Rolle selber. Danach mache ich den Kostümkoffer auf, und wer mitspielt, kriegt ein Kostüm. Das gibt meistens ein großes Geschrei, weil immer mehr Kinder mitspielen wollen, als das Stück Rollen hat. Na ja, dann spielen wir das Stück eben zweimal. Und was ist drin im Kostümkoffer? Ein Hut und eine Pfeife für den Vater, eine Schürze und eine Perücke für die Mutter. Der Schwan hängt sich einen alten weißen Vorhang von mir um, und darunter schaut ein Schwanenhals mit Kopf und Schnabel hervor, den ich auf Karton gemalt habe. Für Eule, Fuchs und Hasen habe ich Masken auf Karton gemalt; man kann auch fertige Karnevalsmasken nehmen. Um eine Schlange zu spielen, zieht man einen Strumpf über die Hand, das ist die Schlange. Meiner Schlange habe ich Augen und ein rotes Maul gemacht. Sie sieht aber leider gar nicht böse aus, sondern sehr lieb. Und der Riese? Den Riesen habe ich aus einem alten Deckenüberzug gemacht. Ich habe ein großes Gesicht darauf gemalt und die Öffnung für die Decke ist der Mund. In den Riesen setzen sich immer schon vier Kinder hinein. Das sind die, die er schon vorher gefressen hat, und außerdem nehmen sie noch eine Menge Spielsachen mit. Wenn der Riese spricht, machen die Kinder im Riesen mit den Händen das Riesenmaul auf und zu. Wenn der Riese Bimbo und den Schwan frisst, dann müssen die beiden auch noch in den Überzug. Und wenn der Riese alles ausspuckt, kommen zuerst Bimbo und der Schwan heraus, dann wer den die Spielsachen herausgeschmissen, und am Schluss kommen die Kinder heraus und der Riese bleibt schlaff am Boden liegen. Und Bimbo? Bimbo braucht doch kein Kostüm, Bimbo sieht doch aus wie du! Übrigens kann Bimbo genauso gut eine Bimba sein. Auf der Bühne sind alle Schauplätze gleichzeitig vorhanden. Der Schwan wartet schon in seinem Schwanenteich. Vater und Mutter sitzen an einem Tisch. Im Wald hockt die Eule auf einem Tisch, der natürlich einen Baum darstellt. Unter dem Tisch versteckt sich die Schlange. Der Fuchs und der Hase verstecken sich hinter Stühlen, die natürlich Büsche sind, und gucken immer hervor, wenn sie etwas zu sagen haben. Und der Riese wartet auch schon auf seine armen Opfer. Am Schluss marschieren alle in einem großen Zug in Bimbos Kinderzimmer. Da gibt es meistens ein Riesendurcheiriander. Die Waldtiere können auch mitmarschieren, auch die Zuschauer. Und wie wird gespielt? Manche Kinder merken sich gleich die ganze Geschichte beim ersten Hören, die spielen sie einfach mit ihren eigenen Worten nach. Manches wird dann auch ein bisschen anders. Oder aber ich erzähle die Geschichte und die Schauspieler sagen an den richtigen Stellen ihre Sätze. Oder aber ich erzähle überhaupt alles und die Schauspieler spielen die Geschichte als Pantomime. Jedenfalls braucht man nichts auswendig zu lernen. Nach dem dritten oder vierten Mal hören oder spielen hat sich sowieso jeder die Geschichte gemerkt. Es kommt sogar vor, dass das Publikum schon beim ersten Mal im Chor mitspricht: "Ach, du meine Güte!, sagte die Mutter. Na, na, na!, sagte der Vater ..." Viel Spaß beim Theaterspielen! Martin Auer
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Links: Auf podster.de kannst du diesen Podcast abonnieren und ihn auch bewerten und deine Kommentare dazu abgeben Die Gedichte erschienen ursprünglich in diesem Buch: Bimbo und sein Vogel gibt's als Buch mit Illustrationen von Simone Klages Bimbo und sein Vogel wurde mit dem Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet und kam auf die Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis sowie auf die IBBY-Ehrenliste.
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| © 2007 Martin Auer |